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Madiot
 

 

 

 

Madiot

   
Ich kann es und will es nicht leugnen: eine gewisse Frankreichlastigkeit hat meine Homepage bestimmt. Aber ich kenne keine andere Drachenszene im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert, die so kreativ und vielseitig war.

So verwundert es nicht, dass ich nun mit der allerfreundlichsten Erlaubnis meines Drachenfreundes Achim Kinter aus Gelsenkirchen seinen Bauplan für den sehr schönen und interessanten Madiot – Drachen veröffentlichen möchte.

Dazu verweise ich auch auf das schon vorhandene französische Madiot- Patent, Nr. 415966, das unter "Patente" auf meiner Homepage zu sehen ist.

Hier nun der Plan und die Skizzen, die einen erfahrenen Drachenbauer voraussetzen. Für eventuelle Fehler können bitte weder Achim oder ich haftbar gemacht werden.


Beschreibung

(zum Vergrössern der einzelnen Grafiken bitte aufs jeweilige Bild klicken)

Kastendrachen mit angesetzten Flügeln, innen liegendes, doppelt konifiziertes Holzgestänge mit zwei Zentralnaben, Stabilität durch komplexe Verspannung mit flaschenzugähnlicher Anordnung, Flügel mit negativem Flächenwinkel (von der hinteren Zellenfläche nach vorn)
Dieser Drachen fliegt auch schon bei relativ leichtem Wind und wird in der Originalbeschreibung mit einer Flächenbelastung von 0,5 kg/qm angegeben.


Abmessungen

  • Höhe 2600 mm
  • Breite ca. 4400mm
  • Zellenhöhe 800 mm
  • Zellenbreite 1600 mm
  • Zellentiefe 800 mm
  • Segelbreite 1240 mm
  • Segelhöhe 2600 mm


Zelle

  • Ungesäumtes Zellenmaß 4850 x 900 mm
  • Hohlsaum an den Kanten mit eingezogener Schnur (nicht festnähen, muß beweglich bleiben, fertige Saumbreite 30 mm, Außenkante zweimal 10 mm breit nach innen umschlagen. Im Saum einen Ausschnitt zum Einziehen der Saumschnur offen lassen.
  • Runde Verstärkungen an den Ecken der Vorderkante (vordere Zelle) bzw. Hinterkante (hintere Zelle) vor dem Säumen einsetzen.
  • In den Ecken im Winkel aufgenähte Kantbandschlaufen mit Ösen zur Befestigung von Gestänge und Spannschnüren.
  • An den Innenkanten der tragenden Flächen je zwei Ösen im Saum ( je 533 mm von der Zellenecke) für die Verspannung der Zellen untereinander.
  • In der Mitte der Vorderkante der Hinterzelle in den vertikalen Flächen je eine Öse im Saum zur Abspannung der Flügelspitze.
  • Spätere Modelle teilweise mit geänderten, senkrechten Zellenflächen in der Vorderzelle, bestehend aus jeweils zwei Dreiecken.
  • An der Nahtstelle der Zelle je 30 mm Überlappung und zusätzlich 30 mm breites Kantband aufnähen.
  • An der Vorderkante der Hinterzelle im Saum eine Öse für den unteren Waageschenkel einsetzen (im Überlappungsbereich der Zellenwand, wo das Kantband über der Nahtstelle aufgenäht ist).


Flügel




  • Hohlsäume für durchlaufende Spannschnur (Saumbreite ca. 20 mm)
  • Spitze der Flügel abschneiden und verstärken (R=170mm), neben den Säumen zwei Ösen für Spannschnüre
  • An der Segelecke Verstärkung durch 30 mm breites, über Eck gelegtes Kantband, mit eingesetzter Öse für Spannschnüre
  • An der Basis angenähte, ca. 30 mm breite und ca. 150 mm lange Bänder aus Gewebeband (mit Knopf und Knopfloch!) zur Befestigung des Dreiecksflügels an den außen liegenden Längsschnüren, Abstand von der Mittelachse je 400 mm. Eine Seite wird am Segel festgenäht (von innen bis an den Saum), bevor das Knopfloch genäht wird. Knopflochlänge ca. 25 mm


Knöpfe




  • mit beidseitiger, abgerundeter Scheibe aus Alu, Steg zwischen den Scheiben ca. 8 mm
  • Scheibendurchmesser ca. 20 mm




Gestänge




  • Längsstäbe: Mitteldurchmesser 35 mm, beidseitig verjüngt auf 20 mm, Länge= 1370mm, ggf. noch kannelieren.
  • Mittelspreize: dreigeteilt, beidseitig verjüngt auf 20 mm, Länge 1600 mm, mit zylindrischem Absatz(!), Länge des Absatzes 300 mm. Durchmesser in der Mitte 40 mm. Länge der Seitenspreizen ist 1430 mm, Mittendurchmesser 35 mm
  • amerikanische Tanne
  • Stäbe vor dem Drechseln halbieren und aushöhlen (Höhlung ca. 20 mm Innendurchmesser). In der Mitte einen Steg von 20 mm Breite stehen lassen. Endbereiche (ca. 300 mm) ebenfalls massiv. Als Positionierhilfe beim Leimen können Holzdübel eingesetzt werden.
  • an den Enden mit 25 mm langen Messingkappen versehen, Außendurchmesser 20 mm, Wandstärke 1 mm
  • Mittelspreize (mittlerer Abschnitt) in der Mitte ,mit einem ca. 300 mm breiten Absatz zur axialen Sicherung der Verspannschnüre, Durchmesser 40-42 mm, neben dem Absatz 38 mm, an den Enden mit zusätzlichen Metallstiften ( 5 mm dick, 40 mm Überstand).Als Schraube eindrehen und Kopf absägen.
  • Außenteile der Mittelspreize mit entsprechender Bohrung an den inneren Enden auf die Metallstifte des Mittelteils aufstecken.
  • Seitenstäbe an den äußeren Enden mit zusätzlichen Metallstiften (Schraube, 5 mm dick, 40 mm Überstand, s.o.
  • an den Seitenstäben außen eine Zugfeder mit Ring oder ein Stück Gummischnur mit abgebundener Schlaufe. Wird über den Metallstift gestülpt und sichert die Ösen der Spannschnüre vor Abrutschen. Feder/Gummischnur wird mit Schnurwickel fixiert.
  • Knäufe der Enden der Seitenspreizen (Walnussholz) mit kreuzweisen Nuten/Einschnitten für Spannschnüre, umlaufende Nut quer zur Achse für Schnurwickel (ca. 1 mm tief, 5 mm breit)


Nabe




  • Walnussholz, 35 x 35 x 60 mm
  • Außenflächen oben und unten mit umlaufender Nut (Verzierung) und Ausfräsung im mittleren Bereich zur Gewichtsersparnis, vor den Querbohrungen auslaufen lassen
  • Querbohrung nur mit 5,1 mm Durchmesser
  • von beiden Seiten Quer-Sacklöcher mit Durchmesser 20,1 mm. Tiefe links 2 mm, rechts ca. 25 mm
  • in die waagerechten Flächen Taschen unter einem Winkel von 17° einfräsen (bilden einen Sattel, auf dem sich die Längsstäbe abstützen). Taschen 20,1 mm breit und an den Ecken gerundet.


Fixierungsringe




  • aus Alu zur Befestigung der Spannschnüre an der Mittelspreize
  • Bohrungen Durchmesser 5 mm am Umfang verteilt (jeweils unter 90°)
  • Innenbohrung 38 mm
  • Außendurchmesser 60 mm, Außenkanten mit R=5mm gerundet

Verspannung




  • Enden teilweise mit Ringkauschen versehen: Schnur um die Kausche führen, vernähen, mit Schnurwickel fixieren und verpichen (lackieren oder leimen)
  • von den Spitzen der Seitenstäbe parallel zur Längskante, außen an der Zelle (!), Durchmesser 4 mm nach Figur 11 der Patentschrift: ein Teilabschnitt mit zwei Ringkauschen ca. 1000 mm lang, ein Teilabschnitt mit einer Ringkausche in der Mitte, einer Ringkausche an einem Ende und einer Klampe auf dem anderen Schnurabschnitt, das Ende mit der Ringkausche wird zuvor durch eine Ringkausche des ersten Teilabschnitts geführt.
  • Diagonal durch den Drachen: von jeder Ecke nach innen zu Fixpunkten auf der Mittelspreize nach Fig. 10 der Patentschrift, Abstand der Fixpunkte auf der Mittelspreize ca. 300 mm, spätere Varianten auch mit geringerem Abstand. Verstellbar bestehend aus 2 Teilabschnitten: 1. Teilabschnitt mit einer Ringöse und einem Knebel, 2. Teilabschnitt mit Ringkausche und Klampe (ca. 200 mm vor der Ringkausche), Schnur von 2,5 mm Durchmesser.
  • von den Ecken nach außen zu den Endknaufen der Mittelspreize, feste Länge mit zwei Ringkauschen, 2,5 mm-Schnur
  • Endknauf mit Flaschenzugsystem: eine kurze Schnur von 4 mm Durchmesser mit 2 Ringkauschen und 2 Klampen, eine längere 4 mm Schnur quer dazu, die abwechselnd durch alle Ringkauschen der Diagonalschnüre und des Endknaufes geführt wird. Enden mit Rückspleiß oder durch Leimen vor Aufdröseln sichern.
  • zwischen den Zellenflächen, parallel zur Längsachse, jeweils in den Ecken (mehrfach um die durchgehende Spannschnur wickeln) und je 2 weitere in der vorderen bzw. hinteren Fläche (jeweils 534 mm vom Rand/von der Ecke nach innen), Durchmesser ca. 1,5 mm
  • von der Mitte der innenliegenden Kanten der Seitenwände zu den Spitzen der Seitenspreizen, Durchmesser 2,5 mm
  • von den Waagepunkten zu den Flügelspitzen (verstellbar, aus 2 Teilabschnitten s.o.) 4 mm Durchmesser
  • Saumschnur 2 mm dick
  • für die Flügelbefestigung eine zusätzliche 2,5 mm Spannschnur durch den Saum der Flügelbasis. verstellbar, aus 2 Teilabschnitten: 1. mit zwei Ringösen, 2. mit Ringkausche und Klampe (ca. 15 mm vor der Ringkausche)
  • an den Enden der Seitenspreizen Grummets, durch die die Verspannung teilweise geführt wird
  • freie Enden der verstellbaren Schnüre i.d.R. mit Rückspleiß


Ringkausche (50 mal)


  • Alu, Außendurchmesser 16 mm
  • Bohrung mit 6 mm Durchmesser
  • Nut 4 mm breit und 4 mm tief
  • Wandstärke ca. 1 mm


Klampe (ca. 30 mal)




  • Hartholz oder Alu, 3 mm dick, Länge ca. 60 mm, Höhe ca. 8 mm, Nut an der Unterseite mit R= 1,25 mm


Knebel




  • 10 Knebel aus Hartholz für die Befestigung der Spannschnüre an der Mittelspreize und der Waage an der Vorderzelle, zu beiden Enden verjüngt, in der Mitte mit einer Nut von 4 mm Breite.
  • Stück für die Befestigung der Waage in ein Grummet (endlose Schnurschlaufe) einsetzen und mit Schnurwickeln fixieren. Schlaufe mit Buchtknoten an den Ösen der Hinterkante der Vorderzelle befestigen.


Waage



  • als Einzeldrachen dreischenklig, zwei Schenkel von den Ecken an der Hinterkante der Vorderzelle, ein Schenkel verstellbar (s.o.) von der Mitte des Saumes in der Vorderkante der Hinterzelle
  • wird mit verstellbarer Schnur zu den Flügelspitzen abgefangen
  • Systemdrachen ohne mittleren Waageschenkel
  • 4 mm Waageschnüre, seitliche Schenkel mit Schlaufen (Augspleiß) an beiden Enden, eine Schlaufe über Knebel schieben, andere Schlaufe in Karabiner, Schäkel o.ä. an Flugschnur einhängen. Schnur zur Flügelspitze ebenfalls mit Schlaufe an einer Seite zur Befestigung am Knebel



Bonne chance et beaucoup de plaisir, viel Glück und viel Spaß !


   
   
 
   

 

 

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